Müll in Deutschland!

Müll- nicht unser Problem? Oh doch.

Deutschland ist einer der stärksten Müllexporteure der Welt: Unser Müll geht auf Containerschiffen regelmäßig nach Malaysia oder Indonesien. Aber nicht all unser Müll! Der Rest wird fachgerecht recycelt. Ne Spaß! Der Rest landet eben bei uns in der Umwelt, und zwar nicht ausversehen…

Wir müssen leider nicht weit reisen, für die Katastrophe

Der Müllwahnsinn findet vor unseren Türen statt, beziehungsweise bundesweit in der Weite deutscher Wiesenlandschaften. In den Recherchen von Greenpeace kamen einige Skandale ans Licht: Eine Recyclingfirma in Bayern die auf ihrem Betriebsgelände jahrelang giftige Abfälle umdeklariert hat, um sie dann illegal in der Natur zu entsorgen. In Nordrhein-Westfalen wurden Tausende Tonnen ölhaltige Produktionsabfälle aus einer Raffinerie im Freien entsorgt. Besonders schlimm sind illegale Mülldeponien in Brandenburg verbreitet: 127 illegale Deponien mit rund fünf Millionen Tonnen Müll sammeln sich dort. Unglaublich. Das ist mehr, als die sieben größten Städte Deutschlands jährlich zusammen produzieren. Kein Wunder, denn viele von ihnen existieren bereits seit den 90er Jahren!

Die Reportage des Y Kollektivs macht das Ausmaß der illegalen Müllhalden in Deutschland sehr deutlich.

Verbrechen an Mensch und Umwelt

Riesige Müllhalden inmitten der Natur – eine Katastrophe für das Ökosystem. Die deutschlandweit vermutlich größte illegale Plastikmülldeponie liegt in Schönermark in der Uckermark. Das Gelände auf dem sich der Müll sammelt, diente nach der Wende als Kompostieranlage und Anlage zur Verarbeitung von Abfällen der Papierindustrie. Das deponieren von Müll aber war hier schon immer strengstens untersagt. Nicht streng genug. 2010 kam raus, dass die Firma „Naturerde“ in Schönermark das Gelände als ihr illegales Abfallzwischenlager nutzte. Der Name, reine Ironie: Ungefähr 62.000 Tonnen Abfall hat die Firma dort über die Jahre deponiert. Auch noch nachdem sich die Behörden eingeschaltet haben, aber nicht effizient gegen das Verbrechen vorgegagen sind.

Das hat fatale Folgen: Bodenproben ergaben eine stark erhöhte Konzentrationen von Blei und Weichmachern. Im Sickerwasser einer illegalen Müllkippe in Güstrow fanden sich erhöhte Werte von Arsen und Quecksilber. Die giftigen Schwermetalle können Nervenzellen schädigen und Krebs auslösen. Der Toxikologe Edmund Maser welcher für das Greenpeace Magazin die Proben in Schönermark bewertete, nennt es einen „Cocktail von Schadstoffen“ und warnt davor, dass die Schadstoffe, die sich über Jahre freisetzen konnten „eine chronische Belastung für Mensch und Umwelt“ darstellen. „Wenn solche illegalen Mülldeponien lange genug bestehen, muss man damit rechnen, dass die Schadstoffe auch in eine tiefer liegende Grundwasserschicht sickern.“

Lukrativer als das Drogengeschäft

Schuld daran sind Firmen, die ihren Müll so billig wie möglich loswerden, Kriminelle, die Geld machen wollen und die schieren Unmengen an Müll. 400 Millionen Tonnen Abfälle produziert Deutschland im Jahr, der Großteil davon Verpackungen! Doch die deutsche Entsorgungsindustrie gibt vor stark zu sein: Mehr als 270.000 Beschäftigte in 11.000 Unternehmen mit siebzig Milliarden Euro Umsatz. Aber was genau machen die eigentlich?

In dem schmutzigen Geschäft steckt viel Geld: Das Bundeskriminalamt verglich die Gewinne der Müllschieber (Krimineller Müllentsorger) schon vor acht Jahren mit denen der organisierten Drogenkriminalität und stellte sogar fest, dass Dealen mit Müll lukrativer ist.

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